Bericht über das Projekt

"Es geht nach oben – Streetart im Aufgang"

Zwanzig Jahre lang verewigten sich die Schüler der Gustav-Langenscheidt-Schule in Berlin-Schöneberg an den Wänden des viergeschossigen Treppenhauses ihrer Schule. Mit der Mischung aus künstlerischen Gestaltungsversuchen und Schmierereien ist nun Schluss: Die Schüler und Lehrer waren sich einig, dass das historische Schulgebäude eine seiner Bedeutung angemessene und unter Beteiligung von Schülern zeitgemäße Neugestaltung verdient.

Als Zeichen für den Beginn einer Veränderung wurde deshalb ein Projekt zur Neugestaltung der Treppenhauswände der Schule durchgeführt. Im Rahmen einer Projektwoche haben die Schüler der Klasse 9.2 unter professioneller Anleitung von einer jungen Künstlergruppe "Innerfields" aus Berlin, die viel Erfahrung mit der künstlerischen Gestaltung von Innenräumen und Fassaden und der partizipativen Einbindung von Jugendlichen hat, einen Teil des hinteren Treppenhauses künstlerisch vorgenommen.

Das Projekt wurde im Kunstunterricht durch den Kunstlehrer Florian Bredendiek vorbereitet, wobei ein Bezug zu aktueller "Streetart" in Berlin hergestellt wurde, mit dem Ziel, Interesse an Kunst und Gestaltung bei den Schülern aufzugreifen und weiter zu entwickeln.

Die inhaltliche Aufgabenstellung für die Wandgestaltung bezieht sich auf die Person des Namensgebers der Schule, Gustav Langenscheidt.

Mit der Beteiligung der Schüler an der Gestaltung der Schule verbindet sich die Hoffnung auf eine gesteigerte Wertschätzung und Akzeptanz der Schulumgebung und auf die Förderung von Verständnis für gestalterische Qualität.

Theaterworkshop "Reisen"

Eine dreitägige "Reise" mit den Theaterpädagogen Ingo Behne und Silvia Kemper vom Theater Tu’s doch und der Klasse 9/5

Für die Schüler bedeutete es eine Herausforderung in die unbekannte Welt des Theaterspielens zu reisen, zunächst ohne Text, frei improvisierend, womöglich noch in der Phantasiesprache Gromolo sich unterhaltend und den anderen trotzdem verstehend.

Es galt, den eigenen Körper zu beobachten, sich in Zeitlupe zu bewegen, zu schlagen – aber ohne jemanden zu treffen. Und immer wieder verreisen, auf weit entfernte Inseln, mit dem Flugzeug und der Phantasie, davor den Schwierigkeiten des Fahrkartenkaufs trotzend. Sich in andere Menschen hineinfühlend, sogar in einen Präsidenten.

Die Klasse arbeitete überwiegend geteilt in zwei Gruppen und am Ende der Zeit stellten sie sich gegenseitig ihre selbst erdachten Stücke vor und staunten, wie viel in drei Tagen möglich ist.

Statements anschließend, nach den drei Tagen:

Was hat dir gefallen?

„Mir hat gefallen, dass wir so motiviert wurden.“

„... , dass wir richtige Profis hatten, die uns angeleitet haben.“

„... , dass ich währenddessen relaxt war, weil ich sagen und machen durfte, was ich wollte.“

„... , dass wir so was geschafft haben und dass viele mitgemacht haben.“

„... , dass aus schüchternen Mädchen oder Jungs ein bisschen mehr raus kommt.“

„... , dass man sich mehr traut, weil es Theater ist. Man verliert das Schämen beim Spielen.“

„Mir hat das Improvisieren gefallen: Wir durften entscheiden, wie die Geschichte abläuft.“

Und eine Lehrerin:  „Mir hat gefallen, dass die Schüler eine andere Seite von sich zeigen konnten und dass in mir beim Zugucken lauter Ideen sprudelten. Und mir hat die Anregung gefallen, dass man auf der Bühne den Ausdruck verstärken sollte.“

Möchtest du Schauspieler oder Schauspielerin werden?

„Nein, ich möchte nicht, weil ich zu schüchtern bin.“

„Nein, ich möchte nicht, weil es anstrengend ist, Texte zu lernen.“

„Nein, ich möchte nicht, weil ich Lampenfieber habe.“

„Nein, ich möchte nicht, weil ich mich nicht künstlerisch begabt fühle.“

„Nein, ich möchte nicht, weil ich schüchtern bin gegenüber fremden Menschen.“

„Ja, weil’s Spaß macht!“

Fazit

Nun werden wir offenbar aufgrund dieses Workshops nicht lauter neue Schauspieler bekommen, aber wir haben Jugendliche, die sich jetzt in die Aufgabe eines Schauspielers viel besser hinein versetzen können.

Und es sieht so aus, als ob durch diese drei besonderen Tage die Klasse noch ein bisschen mehr als Gruppe zusammen wachsen konnte. Und Schüler erlebten sich als erfolgreich auf der Bühne, was ihnen mehr Selbstbewusstsein verleihen wird.

Bericht über das Projekt

Tanzprojektwoche - Ich bin auf dem Weg

Projekt der Klasse 7.4 in der Tanztagente Berlin Steglitz

Unter der Leitung von der Tanzpädagogin Bahar Meric erarbeiten Schüler und Schülerinnen der Klasse 7.4 der Gustav-Langenscheidt-Schule in Kleingruppen tänzerische Figuren und Schritte, um ihre Gedanken und Gefühle in Bewegung umzusetzen.

Das Tanzen schulte nicht nur die Motorik sowie die Kreativität der Schüler und Schülerinnen, sondern auch Fähigkeiten, die für den Unterricht und das Sozialverhalten in außerunterrichtlichen Lernsituationen notwendig sind.

Die Schüler und Schülerinnen lernten im Tanzprojekt die selbst ausgewählten Schrittfolgen und die dazu gehörende Geschichte sprachlich zu beschreiben. Sie mussten ihren Gruppenmitgliedern die selbst erstellten Bewegungen verständlich und in einer festgelegten Reihenfolge erläutern.

Die Schüler entschieden nach Diskussionen, welche Vorschläge sie untereinander annehmen und vertiefen. Dazu beurteilten sie die Ideen der Mitschüler hinsichtlich ihrer vorher selbst gewählten Geschichte.

Dieser Dreierschritt – Beschreiben – Erläutern – Beurteilen wird im Unterricht immer wieder eingeübt, fällt den Schülern jedoch sehr schwer.

Nach dem Tanzprojekt zeigte sich, wie die Schüler und Schülerinnen Vorgänge im naturwissenschaftlichen Unterricht präziser beschrieben, wie sie versuchten, sich auch für andere verständlich auszudrücken. Die Fähigkeit des Zuhörens, die insbesondere im Unterrichtsgespräch sowie bei Diskussionen und Präsentationen von Arbeitsergebnissen unerlässlich ist, hat sich stark verbessert, denn die Schüler bemerkten, dass das Zusammenstellen von Schrittfolgen in einer Gruppe nur möglich ist, wenn man sich gegenseitig zuhört und seine gesamte Aufmerksamkeit auf den Gesprächspartner fokussiert.

Tanzen erfordert Disziplin, Fleiß und eine hohe Frustrationstoleranz. In den ersten Tagen scheiterten die Schüler oft an Figuren. Sie wurden wütend, traurig und gaben schnell auf. Sie zeigten wenig Selbstvertrauen in ihr eigenes Handeln und insgesamt nur eine geringe Konzentrationsspanne.

Schrittweise und mit viel Geduld gelang es der Tanzpädagogin Bahar Meric sowie ihrer Assistentin Uta die Schüler zu motivieren, sie zu mehreren Versuchen anzuhalten. Sie stärkten das Selbstvertrauen der Schüler und vermittelten ihnen, dass Erfolg auch anfängliche Misserfolge mit sich bringen kann.